Matchbox Methode

Zu Beginn einer Supervisions- oder Coaching-Sitzung oder auch als Eingangsrunde zu einem Seminar oder eines (Antigewalt-) Trainings ist es hilfreich einen symbolischen Kontextwechsel anzubieten. Der Alltag bleibt kurz mal draußen vor der Tür. Jetzt ist der Raum da, um runterzukommen und zu reflektieren. Hierfür bieten sich die unterschiedlichsten Methoden an. Immer wieder gerne wird hierfür mit Bildkarten gearbeitet. Das mag ich auch sehr. Daran anknüpfend habe ich mir eine Variation überlegt…

In meinem alten kleinen Lederköfferchen aus Kindertagen habe ich ein Sortiment an kleinen Autos. Für mich als „Zonenkind“ waren die „Matcher“, wie sie damals meist genannt wurden, rar und heiß begehrt. Und sie sind noch heute ein visuelles und vor allem auch haptisches Fenster in meine Kindertage. Umso mehr genieße ich es daher, auch im Rahmen von Supervision und Training damit zu arbeiten.

Man stelle also die Matchbox-Autos in die Mitte und bittet die Teilnehmer_innen sich eins auszuwählen, anhand dessen sich die individuelle Situation im Moment beschreiben lässt. Reihum sagt dann jede_r warum jeweils genau dieses Auto genommen wurde. In der Supervision kann man auch ruhig zwei auszuwählen lassen – eines, das zur momentanen Privatsituation passt, sowie eines, welches zum derzeitigen Arbeitskontext passt. An dieser Stelle kann man anmerken, dass es immer einen wechselseitigen Einfluss hat, wie es uns privat und wie es uns auf Arbeit gerade geht, und dass es hilfreich sein kann, darüber unter Kolleg_innen grob Bescheid zu wissen.

 

Ein paar Tipps zur Vorbereitung und Durchführung:

1.) Wer keine eigenen Autos mehr aus seiner Kindheit hat oder noch keine eigenen / schon erwachsene Kinder hat, die man anpumpen kann, der_dem seien ein paar Runden übern Flohmarkt empfohlen. Oft gibt es schon für ein, zwei Euro pro Stück richtig tolle, teils richtig alte original Matchbox und jede Menge neuerer Autos verschiedenster Marken. Zum Stöbern bietet sich zum Beispiel sonntags der Boxi hier in Friedrichshain an. Da können wir dann auch gleich von der Kramkiste weg zum Späti rübergehen, ne Limo zusammen trinken und uns über unsere nostalgischen Spielzeug-Erfahrungen austauschen.

2.) Hab Mut zum Panzer! Ja, richtig gelesen, auch Sozialarbeiter wie ich haben nicht nur Hippie-Mobile im Repertoire. Schließlich geht es ja ums Abbilden der Gefühle, Stimmungen, Situationen. Und das wissen wir alle, da ist nicht immer nur Sonnenschein.

3.) Bewährt hat sich generell eine bunte Vielfalt an Autos. Und interessanterweise werden recht kontinuierlich auch „stinknormale Familienkutschen“ nachgefragt.