Angstfrei lernen!

Kürzlich habe ich mit meiner Kollegin Deborah Staiger ein Antigewalt- & Kompetenztraining in einem Berufsbildungswerk für junge Menschen mit Behinderungen durchgeführt. In den 6 Tagen haben wir begeistert festgestellt, wie wohl sich die Teilnehmer dort an der Schule fühlen. Sehr berührt hat uns im Training die Sequenz zur Biographiearbeit, in der wir u.a. mit der Methode der Lebenslinie gearbeitet haben. Denn fast alle hatten traumatische Mobbing-Erfahrungen gemacht — in Kita, Grundschule und weiterführenden Schulen — verbale & körperliche Gewalt, Ausgrenzung, Nichtbeachtung.

Die Teilnehmer berichteten uns von Lehrer_innen, die nicht eingegriffen hätten, sei es weil sie nicht gewollt oder weil sie sich lieber um andere Kinder gekümmert hätten. Ich denke, dass ein weiterer Grund für das Wegschauen häufig auch Überforderung gewesen sein wird.

Unterstützung bei der Erlangung von mehr Handlungssicherheit im Kontext Schule könnte sicher das Angebot prozessbegleitender Supervision bieten, und gute Fortbildungen.

Dass sich bei dem erwähnten Bildungsträger die Trainingsteilnehmer zum Teil erstmals angenommen und wohl fühlten, liegt sicher auch daran, dass alle Mitarbeiter_innen dort äußerst diskriminierungssensibel arbeiten. Das und die Berichte aus früheren Schulen haben mich nochmals darin bestärkt, wie unbedingt notwendig es ist, bei jeder Form von Diskriminierung einzugreifen, nach Möglichkeit sofort.

Dass das nicht immer ganz einfach ist, sei es weil man nicht immer drauf eingestellt ist oder weil bei einem mitunter selbst was angetriggert wird, macht fachliche Begleitung und Unterstützung um so wertvoller.

Da passt der zweimodulige Workshop perfekt, den meine Supervisionskollegin Mitja Lück-Nnakee gemeinsam mit dem Coach und Referenten für politische Bildung Toan Quoc Nguyen im Dezember und Januar bei der Rosa Luxemburg Stiftung anbietet.

„Durch das Kennenlernen und Üben von Gesprächstechniken und Interventionen eignen die Teilnehmenden sich Strategien an, zukünftig vorbereiteter für Diskriminierungssituationen zu sein.“ (Auszug aus dem Programm)

„Vorfälle von Diskriminierung im Seminar – wie kann ich als Anleiter*in intervenieren und begleiten?“

1.-3. Dezember 2017 & 12.-14. Januar 2018

Vielen Dank für das „STOP-Schild“ Foto an Leo Leander!

Auf dem Plattenteller dreht sich beim Schreiben (ganz ironiefrei) die Idle Minds LP von Autistic Youth.